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Sonntag, 11. Oktober 2020

special- Zeig den wahres Gesicht (Scott Westerfeld)

special- Zeig dein wahres Gesicht (Scott Westerfeld)
384 Seiten | € 8,99 [D] | Taschenbuch | 3,5 Herzchen
Band drei von drei (+ ein Spin-Off)
Verlag (Carlsen) | amazon

INHALT
Eine neue Operation hat Tally endgültig zu etwas Besonderem gemacht. Jetzt ist sie beängstigend schön, gefährlich stark, pfeilschnell - eine Special, geschaffen, um die Uglies und Pretties unter Kontrolle zu halten. Als Rebellen aus Smoke in der Stadt auftauchen, soll Tally ihre Loyalität beweisen und den Unterschlupf der Smokies aufspüren. Doch der Weg dorthin steckt voller Überraschungen und Erinnerungen. Denn einst war Tally selbst eine Smokey ...

Samstag, 20. April 2019

pretty- Erkenne dein Gesicht (Scott Westerfeld)

pretty- Erkenne dein Gesicht (Scott Westerfeld)
400 Seiten | € 8,99 [D] | Taschenbuch | 4 Herzchen
Band zwei von vier
Verlag (Carlsen) | amazon
INHALT
Tally ist von einer Ugly zur Pretty geworden. Sie sieht umwerfend aus, hat einen tollen Freund und ist wahnsinnig beliebt. Aber bei allem Spaß, den Partys, dem Luxus, spürt Tally, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann erhält sie eine Botschaft aus ihrer Vergangenheit - und plötzlich wird ihr klar, was in der Pretty-Welt fehlt. Tally beginnt, umzudenken und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Denn wer zu viel weiß, gerät schnell ins Visier der Behörden ...

DER ERSTE SATZ
Sich anzuziehen war immer der schwierigste Teil des Nachmittags.

MEINE MEINUNG
Der Auftakt dieser dystopischen Reihe hatte mir wirklich gut gefallen, weshalb ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an dieses Buch gegangen bin.
Tally ist nun eine Pretty, äußerlich »perfekt« und alles was einst in Smoke passierte, erscheint ihr irrelevant. Von dieser Wesensveränderung zu lesen, hat mir gut gefallen, da der Autor diese Oberflächlichkeiten als Mittelpunkt des Lebens der Pretties darstellt und so ersichtlich wird, wieso dieses gesellschaftliche Konstrukt überhaupt bestehen kann. Dies schlägt sich auch in der Sprache nieder: der Autor beschriebt Tallys Gedankenwelt anders als in Band eins und die Neologismen, die er hierfür verwendet, waren meines Erachtens ziemlich genial.
Als neu eingeführten Charakter gibt es Zane, der Tally eine große Stütze ist und er war mir sehr sympathisch, da er äußerst loyal und bodenständig, selbst für einen Pretty, ist. Die Dynamik zwischen den beiden war ziemlich interessant, da sich beide bis zum Äußersten treiben um wieder den ursprünglichen Zustand ihrer Denkweise herzustellen. Die Entwicklung zu verfolgen und zu welchen radikalen Mitteln sie greifen, hat mich zum Teil schockiert, da diese nicht gerade ungefährlich sind und in unserer heutigen Zeit oft psychischen Erkrankungen zugeschrieben werden.
Der Verlauf der Handlung war mir nicht wirklich ersichtlich, was das Spannungslevel hoch gehalten hat, jedoch hat dadurch auch der rote Faden gefehlt, sodass es mir an manchen Stellen etwas ziellos erschien. Ebenfalls waren manche Szenen und Handlungsstränge meines Erachtens überflüssig, doch der Autor erzählt so lebendig und spannend, sodass sich diese Kapitel keineswegs gezogen haben. Vermutlich wird in der Fortsetzung nochmal Einiges davon aufgegriffen, da Tally und der Leser mehr von dieser dystopischen Welt erfahren, Dinge, die sich im Hintergrund abspielen und von denen die Pretties nichts erfahren sollen.
Zudem hätte ich mir gewünscht, dass die (zerbrechende) Freundschaft zwischen Shay und Tally mehr beleuchtet wird. Es gab zwar viele emotionale Szenen zwischen den beiden, jedoch war es mir einfach nicht genug, als dass Shay sich so verhält, wie sie sich eben verhält und sich komplett von ihrer besten Freundin abwendet.
Das Ende hat mir absolut zerstört und es gab eine Wendung, beinahe schon einen Cliffhanger, an die ich mich zwar wage erinnern konnte, die mich aber dennoch von den Socken gehauen hat.

FAZIT
Pretty war trotz seiner kleinen Schwächen ein spannendes, emotionales Leseerlebnis, das auch sprachlich Einiges zu bieten hat. Ich freue mich schon sehr den finalen Band zu lesen.
4 / 5 Herzchen
Weitere Bände:

Hier geht es zu allen Rezensionen der Reihe.

Freitag, 15. Februar 2019

ugly- Verlier nicht dein Gesicht (Scott Westerfeld)

ugly- Verlier nicht dein Gesicht (Scott Westerfeld)
432 Seiten | € 5,99 [D] | Taschenbuch | 4+/5 Herzchen
Band eins von vier
Verlag (Carlsen) | Amazon
INHALT
Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die für alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und alle Sorgen los sein. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay flüchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ...

DER ERSTE SATZ
Der Frühsommerhimmel hatte die Farbe von Katzenkotze.

MEINE MEINUNG
In der siebten Klasse habe ich diese Reihe, die zum damaligen Zeitpunkt noch eine Trilogie ohne Spin-Off war, das erste Mal gelesen, vermutlich da meine Clique die Bücher GELIEBT hat, während sie bei mir einen mäßigen Eindruck hinterlassen hatten. Deshalb habe ich mit größerer Skepsis begonnen zu lesen. Und diesmal fällt meine Meinung zu Tallys Geschichte deutlich anders aus.
Tally ist eine sehr interessante Protagonistin, vermutlich ein Musterbeispiel für eine Ugly. Sie empfindet alles, was nicht den Pretty-Schönheitsideal entspricht, als hässlich und kann es dementsprechend nicht erwarten endlich hübsch zu werden. An ihr ist gut zu erkennen, für wie selbstverständlich wir gesellschaftliche Normen und Vorschriften nehmen: Tally stellt die Gesellschaftsstruktur keineswegs in Frage- das Einzige »rebellische« an ihr sind die sogenannten Streiche, die sie spielt: nächtliches Davonschleichen, verbotene Ausflüge nach New-Pretty-Town, alles Dinge, die man vermutlich als Fünfzehnjährige so macht.
Das komplette Gegenteil von ihr ist Shay, mit der sie sich anfreundet. Shay eckt überall an, ist gegen alle Konventionen und findet es nicht schlimm »hässlich« zu sein. Die Darstellung der Freundschaft der beiden Mädchen, die nicht immer unproblematisch ist- vermutlich weil sie so unterschiedlich sind- hat mir gut gefallen, ebenfalls die Darstellung, inwiefern Shay Tallys Gedanken beeinflusst.
Auch wenn dieser Roman eine Dystopie ist, ist er meines Erachtens erschreckend aktuell. Denn wie oft sehen wir auf Social Media die perfekten »hübschen« Menschen? Wie wird unsere Wahrnehmung von »Schönheit« beeinflusst, beziehungsweise wie definieren wir »Schönheit«? Alles Fragen, die dieses Jugendbuch aufgreift. Auch wenn das Thema »Äußeres Erscheinungsbild« oberflächlich erscheinen mag, so ist es dies nicht. Denn in Tallys Welt zählt nicht wer du bist oder was du kannst, sondern nur, wie du aussiehst. 
Der Kontrast zu Tallys alter Welt und Smoke, einer Stadt, in der noch alle »hässlich« sind war gravierend, doch dafür umso interessanter zu lesen, denn anstatt an ihren alten Idealen festzuhalten, stellt Tally immer mehr alles in Frage. Diese Entwicklung war authentisch und nachvollziehbar.
Nun aber zum nächsten Punkt: die Handlung und der Schreibstil. Die Geschichte hat sich in einem guten Tempo entwickelt, sodass es für mich als Leser keinerlei Längen gab und es war durchweg spannend, vor allem da mich die Gesellschaftsformen, die der Autor geschaffen hat, sehr fasziniert und zum Nachdenken angeregt haben. Ebenfalls hat der flüssige und einzigartige Schreibstil dazu beigetragen, dass ich richtig in das Buch eintauchen konnte. Auch das Finale war aufgrund unvorhersehbarer Wendungen sehr spannend und lässt auf eine interessante Fortsetzung schließen.

FAZIT
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Mit einer mitreißenden Geschichte, tollen Charakteren und einer interessanten dystopischen Welt hat mich Scott Westerfeld mit diesem Jugendbuch begeistern können.
4,5 / 5 Herzchen