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Dienstag, 2. März 2021

Sie haben mich nicht gekriegt (Felix Kucher)

Sie haben mich nicht gekriegt (Felix Kucher)
504 Seiten | € 26,00 [D] | Hardcover | 4 Herzchen
Verlag (Picus) | pustet.de

 INHALT
Eine Buchhändlerin wider Willen und eine Revolutionärin aus guten Gründen: zwei Frauen, deren Lebenswelten kaum unterschiedlicher sein könnten. Marie wächst behütet in Bayern auf und wird schon früh von ihrem Vater dazu bestimmt, eines Tages seine Buchhandlung zu übernehmen. Was sie zunächst als Zwang empfindet, entwickelt sich bald zu einer großen Leidenschaft und nach ihrer Flucht in die USA zur Lebensaufgabe. Tina wird als Arbeiterkind in bitterer Armut in Norditalien geboren und über den Umweg Hollywood zur Fotografin und kommunistischen Revolutionärin. Sie engagiert sich bis zur Erschöpfung, wo auch immer sie die Partei hinschickt: vom spanischen Bürgerkrieg bis ins revolutionäre Mexiko.Welcher Lebensentwurf ist geglückter? Die Revolution zwischen Buchdeckeln oder die mit dem Einsatz von Leib und Leben? 

Sonntag, 22. November 2020

Ein Tag wird kommen (Guilia Caminito)

Ein Tag wird kommen (Guilia Caminito)
272 Seiten | € 23,00 [D] | Hardcover | 4,5, ♥︎
Verlag (Wagenbach) | pustet.de

INHALT
Eine italienische Familiengeschichte in Zeiten des aufkeimenden Faschismus, ein politischer Roman über Schuld und Anarchie, Widerstand und unverwüstliche Hoffnung – in einer Sprache, so zärtlich-rau wie die Liebe zwischen zwei Brüdern. Im Wald ist es warm und dunkel, als Nicola zitternd das Gewehr auf seinen geliebten Bruder Lupo richtet. Er bittet um Verzeihung, dann schießt er. Der Erste Weltkrieg hat Serra de’ Conti erreicht, ein Dorf in den italienischen Marken. An diesem Ort der Habenichtse zählt der Einzelne bloß, wenn er arbeitet, gehört keinem Bauern das Land, das er bestellt. In der Familie des Bäckers Ceresa überlebt kaum ein Kind, bald sind nur noch zwei Söhne übrig, so grundverschieden wie unzertrennlich: Nicola, der schwächliche Junge mit dem Prinzengesicht, und der aufsässige Lupo, der sich schon früh den Anarchisten anschließt. Unermüdlich beschützt Lupo den ängstlichen Bruder, kämpft gegen die Ungerechtigkeit der Mächtigen und die Märchen der Kirche. Doch zwischen den Brüdern steht eine Lüge, verborgen hinter Klostermauern. In wirkmächtigen Bildern von karger Schönheit erzählt Giulia Caminito »von unten« aus der Geschichte Italiens: von Malatestas Anarchisten, dem Ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe bis zum Aufstieg Mussolinis – ein Roman über zwei ungleiche junge Männer und über den unerschütterlichen Glauben an eine bessere Zukunft.

Samstag, 12. Mai 2018

Zeitenzauber- Die magische Gondel (Eva Völler)



Titel: Zeitenzauber- Die Magische Gondel
Autor: Eva Völler
Preis: € 6,99 [D]
Einband: E-Book
Seitenanzahl: 336
Verlag: Baumhaus Verlag
Reihe: Auftakt einer Trilogie
Altersempfehlung: 14 - 17 Jahre
Meine Wertung: 3 Herzchen
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Inhalt 
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...

Der erste Satz
H*a*l*!

Meine Meinung
Seit Rubinrot von Kerstin Gier stehe ich total auf Zeitreise-Romane und da viele von der Seitenzauber-Trilogie von Eva Völler schwärmen, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zu diesem Buch greifen würde.
Ich habe relativ leicht in die Geschichte gefunden, was vor allem an Eva Völler Schreibstil liegt: er ist leicht verständlich und beschreibt die Begebenheiten sowie Annas Gefühle  auf eine Art und Weise, dass man direkt in die Haut der siebzehnjährigen Protagonistin schlüpfen kann. Trotz ihrer Situation, dass sie sich in einem fremden Land in einer fremden Zeit befindet, schlägt sie sich recht wacker und behält einen holen Kopf wenn es mal brenzlig wurde. Zu kritisieren habe ich jedoch, dass sie des Öfteren doch recht pubertär agiert hat, was eher dem Verhalten einer Vierzehn- oder Fünfzehnjährigen entsprach- mit 17 ist man nun doch schon etwas reifer (wenn auch doch noch recht grün hinter den Ohren). Vor allem ließ sich dies an ihrer Schwärmerei für Sebastiano, einem weiteren Zeitreisenden erkennen. Ganz plötzlich hat sie ganz große Gefühle für ihn und die Geschwindigkeit mit der sich diese »Beziehung entwickelt hat, war sehr unauthentisch und hat mich deswegen sehr gestört. Jedoch waren die Nebencharaktere mit ihren Eigenarten nett gestaltet und im Zuge dessen wurde auch das Thema Freundschaft und Loyalität aufgegriffen.
Die Handlung war sehr gut durchdacht und ist zielstrebig vorangeschritten, wobei man als Leser natürlich nicht wusste, wohin Annas Reise führt. Die historischen Begebenheiten waren anschaulich erklärt und man hat somit noch einiges dazugelernt. Vor allem hat mir gefallen, dass die Autorin hier nichts beschönigt, wie zum Beispiel die hygienischen Zustände (es hat alles gestunken) und auch die häufig übergangene Toiletten-Frage geklärt hat. Im Allgemeinen haben sämtliche Zeitreise-Elemente Hand und Fuß gehabt, sodass es auch hier keine Logik-Lücken gab und das Konzept, dass sich die Autorin ausgedacht hat, hat mir gut gefallen, da es mal was Neues war. Auch wenn dem Plot etwas Pepp gefehlt hat, der mich das Buch verschlingen lassen hätte, so gab es durchaus spannende brutale Szenen, in denen auch die angewandte Gewalt detailliert beschrieben wurde. Insbesondere die unvorhersehbaren Wendungen gegen Ende des Buches haben mich überrascht. Jedoch war ebendieses etwas abrupt und nicht allzu rund. 

Fazit
Ein netter Zeitreiseroman, der mich unterhalten konnte. Auch wenn relativ viel Luft nach oben ist, werde ich zu Band zwei greifen, da ich glaube, dass das noch ausbaufähige Potenzial genutzt wird und sich die Trilogie gewiss noch steigern wird.
3 / 5 Herzchen

Sonntag, 21. Januar 2018

Animant Crumbs Staubchronik (Lin Rina)



Titel: Animant Crumbs Staubchronik
Autor: Lin Rina
Preis: € 16,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 550
Verlag: Drachenmond Verlag
Reihe: -
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 4+ Herzchen
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Inhalt 
England 1890.
Kleider, Bälle und die Suche nach dem perfekten Ehemann. Das ist es, was sich Animants Mutter für ihre Tochter wünscht. Doch Ani hat anderes im Sinn. Sie lebt in einer Welt aus Büchern, und bemüht sich der Realität mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion Sarkasmus aus dem Weg zu gehen. Bis diese an ihre Tür klopft und ihr ein Angebot macht, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Ein Monat in London, eine riesige, vollautomatische Suchmaschine, die Umstände der weniger Privilegierten und eine Arbeitsstelle in einer Bibliothek. Und natürlich Gefühle, die sie bis dahin nur aus Büchern kannte.

Meine Meinung 
Dieses Buch habe ich bereits gekannt, als es vorher nur auf Wattpad  veröffentlicht wurde und da mir die ersten Kapitel sehr gefallen haben, war ich natürlich dezent aus dem Häuschen, als ich erfahren habe, dass es verlegt wird. Das Cover ist einfach nur TRAUMHAFT schön und auch der Buchrücken ist nicht zu verachten.
Ich habe wieder sehr leicht in die Geschichte hineingefunden und direkt aufgefallen ist mir Animants Humor: sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist sarkastisch und vorlaut und besitzt trotz ihrer damals nicht wirklich wünschenswerten Eigenschaften ein gutes Herz. Ihre Liebe zu Büchern hat nicht wenig dazu beigetragen, dass ich mich gut mit der neunzehnjährigen Protagonistin identifizieren konnte.
Mr. Boyle als auch Mr. Reed, zwei der Männer, die in Anis Leben treten waren sehr gegensätzliche Personen. Mr. Boyle, schmeichelnd und ein Goldjunge, Mr. Reed, ein mürrischer Bücherwurm und Animants Vorgesetzter. Entgegen meiner Erwartung gab es KEINE Dreiecksgeschichte, was ich wirklich sehr willkommen geheißen habe (denn seien wir mal ehrlich ehrlich: keiner hat mehr Lust auf dieses Element).
Die Handlung fokussiert sich zu einem auf Animants Arbeit und Leben als Angestellte in der Bibliothek, als auch auf die gesellschaftlichen Normen und Konventionen, mit denen sie sich auseinandersetzen muss, denn im 19. Jahrhundert galten logischerweise andere Standards bezüglich des Themas »Heirat« als in der heutigen Zeit. Die historischen Begebenheiten als auch die damalige Etikette wurden authentisch sowie anschaulich beschrieben und durch Animants Einstellung gegenüber letzterer hat die Erzählungen über Soireen und Bälle besonders unterhaltsam gemacht.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und authentisch, wobei immer mehr Spannung erzeugt wird, was zu dem ein oder anderm Fangirl-Moment gesorgt hat. Auch wenn ich den plötzlichen Umbruch von Animants Interesse und Mr. Reeds Verhalten gegenüber ihrer Person als etwas abrupt empfunden habe, so war die spätere Entwicklung der Beziehung zwischen diesen beiden Personen schön zu lesen und die Beschreibung von Animants Verliebtheit war mehr als nur einmal kitschig (aber auf eine gute Art und Weise!). Gegen Ende jedoch war die Luft etwas draußen, sodass die letzten Kapitel erzwungen wirkten. Nichtsdestotrotz war das Ende durchaus zufriedenstellend und hat die Geschichte schön abgerundet.

Fazit
Ein wunderbares Buch über Bücher und die Liebe, das mich auf den 550 Seiten sehr unterhalten hat und das ich aufgrund seiner einzigartigen Charaktere, der originellen Handlung und des angenehmen Lesegefühls nur weiterempfehlen kann.
4+ / 5 Herzchen

Freitag, 2. Juni 2017

Wer die Nachtigall stört (Harper Lee)



Titel: Es Wer die Nachtigall stört
Autor: Harper Lee
Preis: € 9,99 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 448
Verlag: Rowohlt
Reihe: -
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Meine Wertung: 4 Herzchen
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Inhalt 
Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der achtjährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen, und geraten dabei selbst in große Gefahr.

Meine Meinung 
Als ich dieses Buch begonnen hatte zu lesen, wusste ich rein gar nichts über den Inhalt, nur, dass es sich um einen Klassiker der amerikanischen Literatur handelte.
Ich habe meine Zeit gebraucht um in den besonderen Schreibstil der Autorin hineinzufinden, zudemal das ganze aus der Sicht der erst sechsjährigen Scout geschildert wird, die einen messerscharfen Verstand besitzt und ein sehr taffes, schlaues Mädchen ist. Aufgrund dieser Eigenschaften und auch ihrer Kindlichkeit, war sie eine Protagonistin, die man einfach nur gerne haben konnte. Scout- ihr wirklicher Name lautet Jean-Louise Fink- ist nicht das klassische Mädchen: sie zieht oft mit ihrem Bruder Jem durch die Straßen, trägt anstelle von Kleidern Hosen und kann auch mal zuschlagen, um ihre Ehre oder die eines geliebten Menschen zu verteidigen. Jem, ihr älterer Bruder war ein typischer Junge, den man mit in die Pubertät begleitet und auch wenn sich die beiden Geschwister ab und zu in die Haare kriegen war es schön von ihrem Zusammenhalt, vor allem in brenzligen Situationen zu lesen. Atticus, der Vater der beiden, ist ein Mann mit sehr modernen Ansichten, der seine Kinder aber über alles liebt und trotz seines Unwissens in Erziehungsdingen, entwicklen sich seine beiden Sprösslinge zu intelligenten jungen Menschen. Ein weiterer erwähnenswerter Charakter ist Cal, die Haushälterin der Finks. Sie ist ein herzliche Person, die einfach zu dieser Familie gehört »obwohl« sie schwarz ist.


S. 307 f.
Die Ereignisse der Sommer, die die jungen Protagonistin schildert, waren durch ihre Kinderaugen spannend erzählt und durch diese Perspektive wurde sehr gut der damalige Zeitgeist eingefangen, der in den 30ern geherrscht hat. Sei es das unheimliche Radley Haus, Brände oder ein ungerechter Gerichtsprozess- Scout analysiert alles genauestens und hinterfragt kritisch die ihr unlogische erscheinenden Gedanken der Erwachsenen. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und wurde an viele Ereignisse meiner Kindheit erinnert.
Erst ab der Hälfte des Buches wird klar, auf was die Protagonistin zu Beginn angespielt hat und auch, was die Quintessenz des Buches ist und worum es eigentlich geht. Diese Ungerechtigkeit, von der man hier Zeuge wird und die heutzutage (hoffentlich) nicht mehr geschieht, hat nicht nur Scout sondern auch mich zutiefst erschüttert.
Zu kritisieren habe ich, dass vor allem am Ende sich alles sehr überschlägt und dadurch leider das Verständnis etwas zu kurz kommt. Nichtsdestotrotz war das Ende in sich abgeschlossen und hat einen mit einem wehmütigen Lächeln das Buch zuklappen lassen.

Fazit
Ein Klassiker, der mich durch seine einzigartige Protagonistin, interessante Thematik und authentische Atmosphäre positiv überrascht hat.
4/5 Herzchen



*Die Angaben im Infokasten beziehen sich auf die aktuelle Ausgabe, des Rowohlt Verlages. Das Cover jedoch habe ich von meiner Ausgabe von 1962 übernommen.

Freitag, 7. April 2017

28 Tag lang (David Safier)



Titel: 28 Tage lang
Autor: David Safier
Preis: € 9,99 [D]
Einband:  Taschenbuch
Seitenanzahl: 416
Verlag: Rowohlt
Reihe: -
Altersempfehlung:  -
Meine Wertung: 4,5 Herzchen
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Inhalt 
Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 TAGE LANG.
28 TAGE, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 TAGE, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 TAGE, um ein ganzes Leben zu leben.
28 TAGE, um eine Legende zu werden.

S. 5
Meine Meinung 
Dieses Buch stand schon lange auf meiner WTR-Liste und als ich es dann im Hugendubel als Mängelexemplar entdeckt hatte, musste es natürlich mit. Das Cover gefällt mir sehr gut, da es irgendwie mit diesen Bildern den Charakter der damaligen Zeit einfängt. Somit gefällt es mir viel besser als die schwarze Fassung.
Das Buch beginnt mit einem unmittelbaren Einstieg und man lernt die Protagonistin in einer brenzligen Situation kennen. Schon nach wenigen Seiten wird klar, was für unmenschlichen Bedingungen Mira und allgemein alle Juden ausgesetzt sind. Es ist absolut barbarisch, grausam und pervers. Die Protagonistin war mir sehr sympathisch, da sie mit ihren Stärken und Schwächen sehr viel Identifikationspotenzial. Auch andere wichtige Personen in  Miras Leben, sowie die bekanntesten Personen im Ghetto waren lebendig beschrieben, sodass man als Leser schnell verstanden hat, wie die Menschen miteinander verbunden sind.


S. 222

Mira entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einer Schmugglerin zu einer Widerstandskämpferin, die mehr als einmal mit den Fragen »Wie viel ist ein Menschenleben wert?«, »Wer entscheidet, wer lebt und wer stirbt?« konfrontiert wird. Sie ist eine wahnsinnig starke  und mutige Protagonistin, die viel zu früh ihre Kindheit hinter sich lassen und Verantwortung übernehmen musste.
Der Handlungsverlauf ist sehr spannend, da man nie weiß, was als nächstes passiert. Es geht ums nackte Überleben, um die letzte Hoffnung, die einem immer wieder geraubt wird. Dadurch, dass der Autor nichts beschönigt und die damalige Realität schonungslos wiedergibt. Es gab nicht wenige Stellen, an denen ich kurz Durchatmen musste, denn dass solche Dinge wirklich passiert sind, schockiert mich zutiefst. 


S. 233

Es gibt mehrere ethische/ moralische Fragen, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch ziehen. Diese habe  ich als Leser sehr angesprochen, da ich mich permanent gefragt habe: wie würde ich handeln? Würde überleben oder sterben? Würde ich verraten, kämpfen oder aufgeben?
Das was ich jedoch zu kritisieren habe, ist, dass die Liebesgeschichte zum Teil viel zu stark im Fokus stand und das nicht wirklich in das Gesamtbild des Romans gepasst hat.

Fazit
Ein sehr bewegendes und spannendes Holocaust-Buch, das ich nur weiterempfehlen kann!
4,5 / Herzchen

Dienstag, 13. Dezember 2016

Eine fast perfekte Frau (Sarah Harrison)



Titel: Eine fast perfekte Frau
Autor: Sarah Harrsion
Preis: € - [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 816
Verlag: Heyne 
Reihe: -
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 3,5 Herzchen
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Inhalt 
In den goldenen Sommer des Edwardianischen Englands hineingeboren und ausgestattet mit allen Privilegien der Oberschicht, soll Adeline Gundry zu einer perfekten Lady heranwachsen. Doch sie hat schon in jungen Jahren ihre ganz eigenen Vorstellungen vom Leben. Konventionelle Tanzabende, die zu einer ebenso konventionellen Ehe führen interessieren sie nicht im geringsten. Adeligen will Unabhängigkeit und Leidenschaft-sie will die Art von Liebe die ihr das Gefühl gibt, wirklich zu leben..

Meine Meinung 
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da der Inhalt genau nach etwas geklungen hat, was mir gefallen könnte. Das Cover ist zwar alles andere als schön, aber darüber kann ich getrost hinwegsehen.
Das Buch porträtiert Alleine Guidry, zu Beginn ein junges Mädchen, das eine unbeschwerte Kindheit durchlebt. Im Vordergrund stehen hierbei die Beziehungen zu ihren beiden Brüdern Frank und Bob, ihrem besten Freund Simon ihrer Nanny Dorothy und ihrer Eltern, Elisabeth und Richard. Adeline ist ein Mensch, dem Beziehungen sehr wichtig sind und auch wenn ihre Mutter sehr gefühlskalt ist und ihre Brüder sehr verschiedne bemüht sie sich alle zusammenzuhalten, was natürlich kein leichtes Unterfangen ist. Trotz der lockeren Erziehung wächst Adeline zu einer jungen selbstbewussten Frau heran, die trotz einiger harten Schicksalsschläge nie den Mut und Hoffnung verliert. Sie trifft ihre eigenen Entscheidungen und erst ich mit den Konsequenzen zu leben, die sie zu tragen hat. 
Mit 20 zieht Alleine nach London und besucht eine Kunstakademie und findet dort in ihren Kommilitonen Peter, Toni, die unter anderem auch ihre Mitbewohnerin ist, sowie Joel und Duncan neue und vor allem loyale Freunde. Insbesondere die Herausarbeitung der Freundschaften hat mir sehr gut gefallen und auch als Adeline in andere Kreise gerät war es interessant zu sehen, wie sich ihre Persönlichkeit verändert und somit gezeigt wurde, wie das Umfeld einen beeinflusst. Überraschend war für mich dass in diesem Buch, dass Ende 1980 erschienen ist, gleichgeschlechtliche Beziehungen angesprochen wurden und auch die Problematik die diese damals hatten. Das gab dem Buch einen interessanten Touch, da hier zwei Beispiele aufgeführt werden: die einer Zerstörung und einer immer währenden Liebe. Adeline wächst an ihren Aufgaben und bleibt ihren Prinzipien treu, nichtsdestotrotz entwickelt sie sich weiter und steht zu ihren Entscheidungen und zu ihre Meinung, auch in Zeiten , in denen schlecht über sie geredet wird. An ihr wird gezeigt, dass das Leben nicht in gerade Bahnen verläuft und auch nicht geradlinige verlaufen kann und dass es wichtig ist, seine Freundschaften zu pflegen, da diese immer bleiben.
Die Autorin zeigt sehr authentisch die gesellschaftliche Verhältnisse des 20. Jahrhunderts, sodass ich richtig ich die damalige Zeit abtauchen konnte. Auch der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, sodass man schnell vorangekommen ist, auch wenn die Seiten sehr dünn und die Schrift sehr klein war. Was ich jedoch zu kritisieren habe, ist, dass viele Szenen wirklich überflüssig waren und nicht wirklich zu Handlung beitragen haben oder sonst irgendwie relevant gewesen sind, sodass sich diese Stellen, die nicht gerade selten vorgekommen sind, sehr gezogen haben. Zudem gab es leider keinen wirklichen Höhepunkt und das Ende war auch nicht wirklich glaubwürdig und es erschien mir sehr überspitzt und gehetzt. Der Epilog hat das Buch dann aber schön abgerundet.

Fazit
Ein schönes Buch, dass das Leben einer starken Frau porträtiert. Leider hat es einige Schwächen, sodass ich es nur bedingt weiterempfehlen kann.
 
3,5/5 Herzchen


Da der Verlag das Buch nicht mehr im Programm führt, kann ich leider nicht darauf verweisen. Den Klappentext habe ich von meiner Ausgabe übernommen.

Freitag, 14. Oktober 2016

Am Ufer des Ruhmes (Gwen Bristow)



Titel: Am Ufer des Ruhmes
Autor: Gwen Bristow
Preis: € --- [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 376 
Verlag: Lingen
Reihe: Band 3 von 3
Altersempfehlung: ---
Meine Wertung: 4 Herzchen
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Inhalt 
Im letzten Drittel des Achtzehnten Jahrhunderts haben die Familien der Barnes, Sheramy und Upjohns ihr Glück im »tiefen Süden« Louisianas zu machen versucht. Während die Larnes und Sheramys es als Baumwollpflanzer zu Reichtum und Macht gebracht hatten und selbst nach Einbruch des Bürgerkrieges ihre Herrensitze wieder aufbauen konnten, waren die Upjohns »arm weiß Pack« geblieben. Bis auf Fred Upjohn. Er hat es zum wohlhabenden und geachteten Deichbauunternehmer gebracht und seine Tochter Eleanor in einem College erziehen lassen. Als Mitarbeiterin ihres Vaters trifft sie Kester Larne, denn Herrn von Ardeith. Sie weiß nicht, dass eine ihrer Vorfahrinnen für kurze Zeit die Frau eines Sheramys und damit auch Küsters Vorfahrin geworden ist, ehe sie wieder in die Elendsviertel derHafenstädte zurückfiel. Gegen den heftigen Widerstand ihrer Familien heiraten Eleanor und Kester. In Kester lebt nicht mehr der alte Pioniergeist seiner Väter. Das Blut der Larnes ist träge geworden, schon in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war es immer tiefer abwärts mit ihnen gegangen; nun droht der riesige Besitz zu einem Objekt der Banken zu werden. Da nun bewährt sich die »am Ufer des Ruhmes« gewachsene Kraft der Upjohns. Doch Eleanor kann wohl rechnen und arbeiten, aber sie versteht wenig davon, den Stolz eines Mannes zu schmeicheln und sein Selbstvertrauen zu stärken. so gerät sie in eine schwere Krise, zumal mit dem Ausbruch des Weltkrieges 1914 der Baumwollmarkt ins Stocken gerät. Während es ihr gelingt, die fast schon verloren Besitztümer der Barnes zurückzugewinnen, droht ihr die Liebe ihres Mannes verloren zu gehen. In Isabel Aalcour, der stolzen Tochter eines anderen große Hauses, erwächst ihr eine gefährliche Rivalin, und es bedarf des ganzen Einsatzes ihres sauberen und tapferen Persönlichkeit, um die ihrem Glück drohen Gefahr zu bannen und besiegen.

Meine Meinung
Nachdem mir der zweite Band dieser Trilogie nicht allzu gut gefallen hatte, waren meine Erwartungen an dieses Buch nicht allzu hoch. Man befindet sich nun im 20. Jahrhundert, somit wurden wieder zum Teil ein bis zwei Generationen  übersprungen. Eleanor, die Protagonistin dieses Buches war mir wahnsinnig sympathisch, da sie auch in einer Zeit, und der Frauen und Männer noch nicht gleichgestellt sind, selbstbestimmt ist und sich von niemanden was vorschreiben lässt. Sie ist unabhängig und hart im Nehmen und das war mal eine schöne Abwechslung zu den Protagonistinnen, die es sonst so gibt. Kester war das komplette Gegenteil von ihr: unbekümmert und impulsiv, vielleicht auch etwas naiv und jugendlich, aber auch sehr sympathisch. Die beiden ergänzen sich auf eine ganze besondere Art und Weise und auch, wenn sie sich oft streiten und viele Meinungsverschiedenheiten haben, gehören sie einfach zusammen. Ihre Beziehung wird auch durch die hohen Schulden der Larnes belastet, andere sie letzendes fast zerbricht. Doch Eleanor legt sich ins Zeug um Ardeith zu retten und ich habe ich Durchhaltevermögen, ihre Willenskraft, Stärke und Scharfsinnigkeit sehr bewundert. Sie arbeitet wirklich unermüdlich, vielleicht fokussiert sie sich nur auf diesen unwesentlichen Wert des Geldes, jedoch war ihr Handeln glaubwürdig. Auch ihre Eifersucht zu Isabel, der Antagonistin dieses Buches war nachvollziehbar und auch wenn der Konflikt nie offen ausgetragen wurde, war diese indirekte Rivalität sehr spannend zu lesen. Eleanor bleibt ihren Prinzipien treu und doch entwickelt sie sich weiter: sie kommt ehr aus einfacheren Verhältnissen und integriert sich hervorragend in die höheren Kreise, ohne jedoch oberflächlich zu werden. Auch Kester entwickelt sich weiter, auch wenn dies nicht allzu offensichtlich wie bei seiner Gattin ist. Der Verlauf der Handlung war wirklich spannend und ich habe mit Eleanor und Kester mitgezittert, ob sie Ardeith behalten dürfen.
Schließlich findet das getrennte Paar durch einen Schicksalsschlag zusammen und zeigt, dass es sich lohnt um die Dinge zu kämpfen, die einen aus den Händen zu gleiten drohen.

Fazit
Ein schöner Abschluss einer Trilogie, an die ich mich immer gerne erinnern werde. Dies wird auf jeden Fall nicht das letzte Buch der Autorin sein.
4/5 Herzchen



Weitere Bände:

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Mittwoch, 15. Juni 2016

Die noble Straße (Gwen Bristow)



Titel: Die noble Straße
Autor: Gwen Bristow
Preis: € - [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 375
Verlag: Lingen
Reihe: Band 2 von 3
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 3 Herzchen
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Inhalt 
Auf der »noblen Straße« sind die Kinder und Kindeskinder der Besitzer von Ardeith und Silberwald, die Larnes und Sheramys, seit den ersten Pionierzeiten  im tiefen Süden. Louisianas vorangekommen. Herr auf Ardeith ist Denis Larne, und die mehr aus Gedankenlosigkeit denn aus Mangel an Herzenswärme etwas leichtlebige Ann Sheramy von Silberwald ist seine Frau geworden. Eines Tages taucht unter der weißen Dienerschaft auf Ardeith Corrie May Upjohn auf, die Urenkelin von Dolores, die einmal kurze Zeit Herrin auf Silberwald war. Im Gegensatz zu dem unermesslichen Reichtum, zu dem es die Larnes gebracht haben, gehört Corrie May wie schon ihre Urgroßmutter zum »armen weißen Pack« der Hafenstädte am unteren Mississippi. In der Begegnung zwischen Corrie May und der verwöhnten Ann prallen die beiden gegensätzlichen Welten hart aufeinander. Aber im ganzen Land verteilt sich die Kluft zwischen arm und reich, schwarz und weiß: Der Sezessionskrieg bricht aus und bewirkt in den reichen Baumwollpflanzungen und den Herrenhäusern der Südstaaten einen gewaltsamen Umbruch. Die Baumwollfelder veröden, Denis Larne fällt, die Familie sieht ihrem Ruin entgegen. Corrie May aber trägt die Welle nach oben. Doch die »neuen Herren« halten sich nicht lange, und mit ihnen versinkt auch Corrie May Upjohn wieder ins Elend. Noch einmal begegnen sich die beiden Frauen; beide stehen vor einem neuen Anfang. Anns Sohn wird Ardeith wieder aufbauen. Auch Corrie May hat einen Sohn, Fred; er endlich entwickelt den unbeugsamen Willen, durch stete Arbeit aus dem Elend seiner Familie herausgekommen: Er will Deichbauer werden.

Diese Inhaltsangabe habe ich aus dem Klappentext meiner Ausgabe entnommen.

Meine Meinung 
Der erste Band dieser Trilogie hat es mir sehr angetan und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Fortsetzung, die einige Generationen später spielt. Obwohl mir die ganzen Namen und die mit ihnen verbunden Ereignisse nicht mehr allzu präsent waren, hab eich schnell in die Geschichte hineingefunden.
Im Fokus der Handlung stehen zwei Frauen, die aus komplett unterschiedlichen Milieus stammen und auch ihre Persönlichkeiten könnten nicht verschiedener sein. Corrie May stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist zu Beginn des Buches zarten vierzehn Jahre alt und sehr, sehr unzufrieden mit ihrem Leben. Aus dieser Unzufriedenheit resultiert einer sehr starke Eifersucht, Aggressionen und Argwohn, sodass sie mir alles andere als sympathisch war. Unter anderem handelt sie nur aus Eigennutz, was sie war zu einem sehr authentischen Charakter machte, jedoch habe ich die Stellen, in denen sie erwähnt wurde, nicht allzu gerne gelesen habe, da sie ein sehr schwieriger Zeitgenosse ist. Dafür war Ann Sheramy eine sehr angenehme und ruhige Person, manchmal aus etwa zu zart besaitet und passiv, machmal auf ziemlich naiv und grün hinter den Ohren und manchmal waren ihre Motive für bestimmte Handlungen nicht allzu sehr nach meinem Geschmack, jedoch hat mich ihre Geschichte, ihr tragisches Leben viel mehr interessiert.
Im Hinblick auf die historischen und auch für die Protagonistinnen prägenden Ereignisse, lässt sich das Buch in zwei Teile gliedern. Zu einem stehen der Krieg, die Unterschiede und eigene Stellung in der Gesellschaft und Heirat. Zu anderem stehen gesellschaftlicher Aufstieg durch Skrupel und Manipulation, Verfall von Reichtum und weltlichen Gütern, sowie der gesellschaftliche Umbruch und  gedankenlose Verschwendung im Vordergrund. Die Gestaltung des ersten Parts hat mir besser gefallen, was unter anderem auch daran lag, das Corrie May im Vergleich zum zweiten Teil nicht im Fokus der Handlung stand.
Zu loben ist auf jeden Fall wieder der grandiose Schreibstil der Autorin. Obwohl ich Bücher bevorzuge, die aus der 1.Perosn geschrieben sind, konnte ich auch hier wunderbar in die Geschehnisse des 19. Jahrhunderts eintauchen. Die äußerlichen Begebenheiten kann man aufgrund der bildlichen Beschreibung sehr gut vorstellen und auch die Atmosphäre der damaligen Zeit kommt sehr gut rüber.
Nun aber zu den Punkten, die dazu geführt hatten, dass dieses Buch keineswegs an seien Vorgänger heranreicht. ein Kritikpunkt sind die Charaktere. diese sind zwar sehr dreidimensional gestaltet, jedoch verändern sie sich im Laufe der der Handlung, die mehrere Jahre umfasst, einfach nicht, obwohl hier sehr viel Potenzial vorhanden gewesen wäre. Zudem war der Konflikt zwischen den beiden Frauen nicht wirklich greifbar und es hätte so viele andere Bereiche gegeben, dessen Schwierigkeiten man hätte herausarbeiten können. Ebenfalls hatte das Buch keinen wirklichen Höhepunkt, auf den die ganze Handlung abgezielt hat. Somit gab es auch keinen roten Faden , was dazu geführt hat, dass die einzelne  Stationen der Geschichte nicht einprägsam waren.

Fazit
Dieses Buch hat gut begonnen, hat jedoch nach der Hälfte stark nachgelassen. Nichtsdestotrotz war es in Ordnung es zu lesen, da die Autorin es versteht einen in das Louisiana des 19 Jahrhunderts zu entführen.

3/5 Herzchen 

Weitere Bände:

Sonntag, 14. Februar 2016

Tiefer Süden (Gwen Bristow)



Titel: Tiefer Süden
Autor: Gwen Bristow
Preis: € ca. 9€ [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl:  378
Verlag: Lingen Verlag
Reihe: Auftakt einer Trilogie
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 5 Herzchen
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Inhalt 
Louisiana, 18. Jahrhundert: die fünfzehnjährige Judith Sheramy zieht mit ihrer Familie von Connecticut nach Louisiana, da sie dort neues Land erhalten haben. Auf der Reise lernt sie Phillip Larne kennen, mit dem sie sich, zunächst gegen den Willen ihrer Eltern eine Zukunft auf Ardeith, einer errichteten Indigoplantage, aufbaut. Es folgen Jahre voller Glück, Schicksalsschläge und wundersamen Entwicklungen im tiefen Süden. (eigene Inhaltsangabe, da keine zufrieden stellende gefunden werden konnte)

Meine Meinung 
Ich hatte keine Ahnung, was mich bei diesem Buch erwarten würde, da es keinen Schutzumschlag (mehr) hat und auch im Inneren keine  Inhaltsangabe zu finden war. Das Einzige was ich wusste, war, dass es sich um einen historischen Roman handelt, der in Louisiana spielt. 
Im Zentrum der Handlung steht die, zu Beginn des Buches 15-jährige Judith Sheramy, die mit ihrer Familie von Connecticut nach Louisiana zieht, da sie dort vom englischen König Land erhalten haben. Auf dieser erschwerlichen Reise- auf die aber nur kurz eingegangen wird- lernt sie Phillip Larne kennen, einen jungen »Piraten«, in den sie sich verliebt.
Sie brennt schließlich, als sie in Louisiana angekommen sind mit ihm durch und sie leben zunächst in etwas unkomfortablen Verhältnissen, bis Phillip schließlich ein großes Haus errichtet- und so beginnt der gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Aufstieg. Judith ist eine sehr impulsive Protagonistin und sie entwickelt sich im Lauf des Buches zu einer mutigen, unabhängigen, starken Frau, die trotz vieler Schicksalsschläge, Verrat und Verlust ihren Stolz und ihre Würde bewahrt. Phillip, ihr Ehemann ist wirklich sehr charismatisch und auch obwohl er manchmal tollkühn, unzuverlässig und unverantwortlich gewesen ist, saß sein Herz doch am rechten Fleck, sodass man ihn einfach nur gern haben konnte. Auch zahlreiche Nebencharaktere, wie Judith Bruder Caleb, ihre Sklavinnen Angelique und Christine, ihre Schwägerin Dolores und ihre Söhne David und Christoph waren deutliche gezeichnete Charaktere. Im Allgemeinen haben sich alle vorkommenden Charaktere deutlich voneinander unterschieden, sei es in ihrer Art, ihrem Handeln, ihrer Geschichte, ihrer Art zu Reden. Diese Vielschichtigkeit hat mir unglaublich gut gefallen.
Die Frage, um was es in diesem Buch eigentlich geht, ist etwas schwerer zu beantworten. Im Prinzip wird einem Judiths Leben in Louisiana offengelegt. Es beginnt mit der Reise in die neue Heimat, gefolgt von der Heirat mit Phillip, die erste Schwangerschaft, das erste Haus, der Ausbau der Indigoplantagen, bis hin zu der Heirat ihrer Kinder und der Vererbung der Plantage.
Auch die Schicksale der Nebencharaktere werden gezeigt, was dem Buch mehr Dimensionen verliehen hat. Ebenfalls spielen die historischen Begebenheiten eine Rolle, sodass hier noch mehr Konfliktpotenzial entstehen konnte- sei es der Sklavenhandel, der Wechsel der Nationalitäten oder die Schere zwischen Arm und Reich. Der Verlauf der Handlung war in vielen Punkten nicht vorhersehbar, da das Leben, auch nicht das von Romanfiguren, vorhersehbar und planbar ist. Auch der Höhepunkt des Buches war einfach nur genial, da dieser alles schön abgerundet hat.
Gwen Bristows Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen, obwohl sie aus der dritten Person personal geschrieben hat. Ihr Schreibstil ist bildlich und auch die Dialoge sind sehr authentisch gewesen, da hier sehr auf die Sprache der damaligen Zeit geachtet worden ist.

Fazit
Dieses Buch hat mich mitgerissen- mit seiner Handlung, der Spannung, seiner Atmosphäre. Hier hat einfach alles gestimmt und hat mich dadurch komplett in seinen Bann gezogen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
 
5/5 Herzchen

Mittwoch, 22. Juli 2015

Purpurmond (Heike Eva Schmidt)



Titel: Purpurmond
Autor:  Heike Eva Schmidt
Preis: € 14,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 352
Verlag:  PAN
Reihe: -
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Meine Wertung: 4 Herzchen
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Inhalt 
Als Cat einen alten Halsreif findet, legt sie ihn sich neugierig um. Dumm nur, dass das Schmuckstück mit einem Fluch belegt ist und sie geradewegs in die Vergangenheit befördert. Zu allem Überfluss lässt sich der Kupferreif auch nicht mehr von ihrem Hals entfernen. Wären da nicht die kräuter­kundige Dorothea und deren Bruder Jakob, der Cats Herz schneller schlagen lässt, würde sie wohl verzweifeln, vor allem, da der Halsreif sich immer enger zusammenzieht …

Meine Meinung
Dieses Buch habe ich von der Bücherei ausgeliehen, da sich der Klappentext daraus interessant anhörte. Zudem ist das Cover einfach nur wunderschön: es ist pink (meine Lieblingsfarbe) und an den Enden der ranken, die sich über das gesamte Cover zeihen sind kleine Details eingearbeitet.
Cat ist mit ihrer Familie nach Bamberg gezogen und ist alles andere davon begeistert nun hier zu wohnen, da es ihr an den anderen Orten, in denen sie zuvor gelebt hat, viel besser gefallen hat. Auch in der Klasse findet sie nicht wirklich Anschluss, was vor allem an der zickigen Sina liegt. 
Zu erwähnen ist, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird. Zu einem wird aus der ersten Person erzählt also direkt aus Cats, zum anderem aus der dritten Person personal, wobei diese Erzählweise alle zwei Kapitel vorkommt und sich mit Dorotheas Leben im Mittelalter beschäftigt. Dorothea ist meiner Meinung nach ein starkes aber zugleich schüchternes Mädchen: sie hat mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen und natürlich findet sie ihre große Liebe: Daniel. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war leider etwas oberflächlich gehalten, das heißt ihn großartiges Kennenlernen oder Gespräche, nein, sie sehen und verlieben sich ohne jede Unsicherheiten, was mir unrealistisch erschien. Umso realistischer dafür, waren die Beschreibungen des mittelalterlichen Bambergs, sei es die Redeweise der Menschen, die Atmosphäre/ Aussehen der Stadt oder die gesellschaftlichen Begebenheiten.
Dorothea war mir eigentlich ganz sympathisch, mit Daniel kam ich nicht so zurecht, da er vor allem zu Beginn eher oberflächlich gehalten war, ebenso wie Dorotheas Bruder Jakob. Cat hingegen, die Protagonistin der Gegenwart war mir sehr sympathisch, da sie kein Blatt vor den Mund nimmt und sehr unerschrocken ist.
Der Handlungsverlauf war durchaus spannend, mit vielen unerwarteten Wendungen, da man nicht weiß, wann es Cat wieder zurück in die Gegenwart verschlägt. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, da hier viel beschrieben wird, seien es äußere Begebenheiten oder die Gedanken der Protagonisten. Zu bemängeln jedoch wäre, dass vor allem Cat Sprechweise extrem gewollt/ gekünstelt jugendlich klingt, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.

Fazit
Trotz diverser Kritikpunkte konnte mich das Buch mit einer originellen Idee& Spannung überzeugen und es hat Spaß gemacht es zu lesen!
4/5 Herzchen

Sonntag, 7. Juni 2015

Januarfluss (Ana Veloso)



Titel: Januarfluss
Autor: Ana Veloso
Preis: € 16,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 400
Verlag: cbj
Reihe: -
Altersempfehlung: ab 12 Jahrem
Meine Wertung: 5 Herzchen
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Inhalt 
Brasilien, 1889. Die 15-jährige Isabel de Oliveira, Tochter eines verarmten Kaffeeplantagenbesitzers, soll mit dem mächtigen Dom Fernando verheiratet werden – der einfach nur abscheulich ist! Isabel flieht nach Rio de Janeiro, doch sie hat es sich einfacher vorgestellt, sich dort durchzuschlagen. Der 17-jährige Luiz erweist sich als Retter in der Not und gewährt ihr Unterschlupf. Allerdings verfolgt er seine eigenen Pläne, er kämpft gegen skrupellose Sklavenhändler – wie Dom Fernando. Hat die aufkeimende Liebe zwischen Isabel und Luiz unter diesen Umständen eine Chance?

Cover 
Das Cover ist einfach nur wunderschön. So bin ich auch in der Bücherei auf dieses Buch aufmerksam geworden.An sich ist das ganze eine Fotografie, doch darüber wurde ein Zeichnung gelegt und das verleiht dem ganzen ein besonderes Aussehen. Vor allem symbolisiert die junge rennende Frau die Freiheit für mich, die in diesem Buch eine wichtige Rolle spielt.

Meinung 
Ja, wieder ein Buch, das eigentlich meinem typischen Beuteschema entspricht. Historisches und dazu noch Brasilien? Der Klappentext hatte mich aber neugierig gemacht und so beschloss ich es zu lesen. 
Geschrieben ist das ganze aus der Ich- Perspektive, also direkt aus Isabels Sicht. Die Jugendliche ist zunächst etwas arrogant, verwöhnt und vor allem naiv und stürmisch, da sie wirklich überstürzt von Zuhause flieht, ohne die weiteren Geschehnisse abzuwarten (dies wirkte leicht unrealistisch). Doch im Laufe der Ereignisse- Isabel erlebt wirklich sehr viel, sowohl Gutes als auch Schlechtes- entwickelt sich aus ihr eine mutige, selbstständige Frau mit modernen Ansichten. Und diese starke, aber gut nachvollziehbare Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Zudem waren alle Charaktere- selbst wenn sie nur einen Kurzauftritt alle sehr lebendig und vielseitig! 
Bei jeder Station von Isabels Reise schient sich die Situation zuzuspitzen, dementsprechend wird es immer spannender, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und Lu war einfach total meins: nicht übertreiben kitschig, einfach so, dass es ein Mädchenherz zum Schmelzen bringt. Was ebenfalls noch zu erwähnen ist, ist, dass die Autorin sehr authentisch das Rio de Janeiro des 19. Jahrhunderts darstellt, die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich, zwischen den Schwarzen und Weißen, die beiden Seiten der Stadt, zu einem die verwahrlosten Favelas, zu anderem die großen geschmückten Villen der Plantagenbesitzer.
Auch das Ende kommt nicht zu abrupt, sodass die Geschichte schön abgerundet wird und man sogar etwas traurig ist, dass alles nun zu Ende ist!

Fazit
Dieses Buch hat mich sehr überrascht und das im positivem Sinne! Starke Charaktere in einer Umgebung, die man als Leser bildlich vor Augen hat- einfach das perfekte Buch!
5/5 Herzchen

Mittwoch, 3. Juni 2015

Geheimnisvolles Vermächtnis (Mary Hooper)



Titel:  Geheimnisvolles Vermächtnis
Autor: Mary Hooper
Preis: € 8,95 [D]
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 300
Verlag: bloomoon
Reihe: -
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Meine Wertung: 2,5-3 Herzchen
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Inhalt 
London, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die fünfzehnjährige Grace lebt mit ihrer Schwester Lily in einem Waisenhaus in einem der ärmsten Viertel von London. Jeder Tag ist für sie ein Kampf ums Überleben. Grace ahnt nicht, dass sie und ihre Schwester per Zeitungsannonce als Erbinnen eines riesigen Vermögens gesucht werden. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Mr Unwin, der skrupellose Bestattungsunternehmer, bei dem Grace arbeitet, die Annonce entdeckt. Kann James, der junge Anwaltsgehilfe, Grace helfen und das Komplott rechtzeitig aufdecken?

Cover 
Das Cover finde ich einfach wunderschön. Ich vermute, dass es die Protagonistin darstellen soll, da sie eben auch rote Haare hat. Die Schrift gefällt mir ebenfalls sehr gut, zudem erinnert mich das Cover im Allgemeinen an »Die Beschenkte«, da hier ebenfalls ein Kopf von hinten gezeigt wird.

Meinung 
Da ich ja momentan mich an Bücher heranwage, die nicht gerade aus meinem Lieblings-Genre stammen, musste natürlich auch ein historischer Roman dabei sein. Den Klappentext fand ich relativ ansprechend und umso gespannter war ich, dieses Buch zu lesen.
Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt, mal aus Grace, Lily oder aus der Perspektive ihrer Gegenspieler. Dadurch erhält man als Leser einen Rundum-Blick.
Die Autorin schildert sehr authentisch, was den beiden Protagonistinnen widerfährt, ebenso bekommt man einen sehr guten Einblick in das London der 19. Jahrhunderts, dessen Zustände einen  im Anbetracht der heutigen Situation, mich sehr schockiert haben. Prostitution, Armut, Gewalt, Kriminalität stehen an der Tagesordnung und vor allem als Mädchen ist man in dieser Zeit vor nichts sicher.
Gut gefallen hat mir, das Lily und Grace keine 08/15 Mädchen sind- Grace kümmert sich liebevoll um ihre ältere Schwester, da diese geistig behindert ist. Zudem hat sich das Buch, was die Handlungsdichte  oder wie man es nenne mag sich im verlaufe des Plots gesteigert. Zu beginn wird quasi »nur«über den Alltag der beiden Mädchen erzählt, später, als Grace als Sargbegleiterin arbeitet, wurde das ganze facettenreicher. 
Das was mir nicht so gut gefallen hat, war, dass leide nicht wirklich Spannung aufgekommen ist, aber vielleicht habe ich auch die falschen/zu hohe Ansprüche gehabt. Der Schreibstil wiederum hat mir gut gefallen, ebenfalls die kleinen Zeitungsannocen zu Beginn jeden Kapitels.

Fazit
Das Buch war ganz in Ordnung, wer ruhige und historische Erzählungen mag, dem wird dieses Buch bestimmt gefallen.


2,5-3/5 Herzchen