Samstag, 18. Mai 2019

Die Beschenkte (Kristin Cashore)

Die Beschenkte (Kristin Cashore)
496 Seiten | € 19,90 [D] | Hardcover | 4 Herzchen
Auftakt einer Trilogie
Verlag (Carlsen) | amazon
INHALT
Als Katsa dem geheimnisvollen Prinzen Bo begegnet, weiß sie sofort, dass auch er eine Gabe hat – sie ist sich nur nicht sicher, welche. Sie selbst hat die Gabe des Tötens und ist in allen sieben Königreichen gefürchtet. Dennoch hat Bo keine Angst vor ihr und ringt beharrlich um ihr Vertrauen. Im Kampf gegen einen König mit einer teuflischen Gabe werden sie auf ihrem gemeinsamen Weg durch Schnee und Eis, über Meere und Gebirgsketten zu Verbündeten – und zu einem leidenschaftlichen Paar.

DER ERSTE SATZ
In diesen Verliesen herrschte vollkommene Finsternis, doch Katja hatte einen Grundriss im Kopf.

MEINE MEINUNG
Dieses Buch habe ich damals, vor knapp sieben Jahren abgöttisch geliebt. Und genau deshalb wollte ich es nun nach langer Zeit wieder lesen um erneut in diese Welt einzutauchen, von der ich so viel vergessen hatte. Vorerst möchte ich noch ein Wort zu diesem Cover verlieren: es ist einfach so, so schön und trifft mit seiner Einfachheit genau meinen Geschmack (auch wenn ich kein Coverkäufer bin).
Zu Beginn hat es etwas gedauert, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe, da die Autorin einen unmittelbaren, spannenden Einstieg in die Handlung wählt, sodass ich zunächst mit den ganzen Namen aber auch mit dem außergewöhnlichen Schreibstil meine Schwierigkeiten hatte. Erst nach knapp hundert Seiten war ich vollends drinnen und konnte mich dafür aber umso mehr in diesem Buch verlieren. Katsa hat mir als Protagonistin richtig gut gefallen, da sie kein einfacher Charakter ist: sie ist stur, lässt sich von kaum jemanden etwas vorschreiben und widersetzt sich allen Vorschriften einer Lady. Sie ist eine brutale Kämpfernatur, die nicht davor zurückschreckt zu töten, obwohl es ihr doch Gewissensbisse bereitet. Sie ist mutig, manchmal auch tollkühn und überheblich, doch all diese verschiedenen Eigenschaften machen sie zu einem sehr authentischen Charakter.
Bo, Hauptfigur Nummer zwei war deutlich schwerer zu durchschauen und die Dynamik zwischen ihm und Katsa war äußerst interessant. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich langsam und doch steht sie nicht im Vordergrund, was ich als positiv empfunden habe, sodass der Fokus der Handlung nach wie vor auf der Mission der beiden lag.
Die dabei entstehende Spannung und auch die Atmosphäre dieses Buches haben dafür gesorgt, dass ich vollkommen in diese Welt eingesogen wurde. Die Welt der sieben Königreiche, die die Autorin geschaffen hat, hat mir wirklich gut gefallen, da sie nicht nur durchdacht war, sondern auch politische Komponenten hatte, was das Ganze nochmals interessanter gestaltet hat.
Der Verlauf der Handlung war nicht vorhersehbar, sodass mir an manchen Stellen doch der rote Faden gefehlt hat, sodass das Ganze etwas ziellos wirkte. Nichtsdestotrotz haben zahlreiche brenzligen Szenen dafür gesorgt, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte oder wollte und mir nicht wirklich aufgefallen ist, dass dieses knapp 500 Seiten hat. Die Autorin hat das Ende sehr ausführlich uns langsam beschrieben- dieser sanfte Ausklang war mal was Neues, da er die Geschichte so schön abrundet und alle Fragen beantwortet werden. Lediglich der Höhepunkt, der dieses einleitet, hätte meiner Meinung nach ausführlicher und dramatischer gestaltet werden können.

FAZIT
Die Beschenkte ist ein gelungener Auftakt der Trilogie. Dieses Buch konnte mich mit seiner originellen und spannenden Handlung überzeugen und ich freue mich sehr darauf im zweiten Band wieder in diese magische Welt eintauchen zu können.
4 / 5 Herzchen

Samstag, 11. Mai 2019

LESEMONAT | April 2019 📚

Hallo alle zusammen!

Der April ist nun vorbei (WAS?!) und deshalb ist es natürlich wieder Zeit für einen Post, in dem ich euch die Bücher vorstelle, die ich gelesen habe. Diesmal sind es zwar "nur" drei Stück geworden, doch dafür waren alles etwas dickere Bücher, für die ich mir gerne Zeit gelassen habe. Ebenfalls war auch ein Buch von meinem SuB dabei als auch eines, das ich zuletzt mit circa vierzehn Jahren gelesen habe. Dadurch ist mir klar geworden, wie toll es ist, sowie viele verschiednen Geschichte im Regal stehen zu haben, in die man jederzeit eintauchen kann. Vor allem, wenn diese einem auch nach vielen Jahren gut gefallen und einen in eine andere Welt entführen. Nun wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen!

Gelesene Bücher: 3
Anzahl der Seiten: 1568
Top /Highlight: -
Flop / Enttäuschung: -
Die Beschenkte (Kristin Cashore) | 4 ♥︎ | Rezension
Der Joker (Markus Zusak) | 3,5 ♥︎ | Rezension
Bis(s) zum Abendrot (Stephenie Meyer) | 3,5 ♥︎ | Rezension
Das erste Buch, das ich im April beendet habe, war Die Beschenkte von Kristin Cashore. Dieses Buch konnte mich in eine komplette andere Welt entführen und auch nach knapp sieben Jahren hat sich diese Geschichte wieder begeistern können. Danach habe ich Der Joker von Markus Zusak gelesen, ein Buch, das sich schwer in Worte fassen lässt und definitiv nicht das letzte sein wird, dass ich von diesem Autor gelesen haben werde. Zu guter Letzt habe ich noch den dritten Band der Twilight-Saga von Stephenie Meyer gelesen. Die Geschichte um Bella und Edward wird einfach nie langweilig und ich habe mich gut unterhalten gefühlt (auch wenn mein 13-jähriges Ich diese Reihe VERGÖTTERT hat).

Auch wenn mich die Anzahl der gelesen Bücher nicht wirklich zufrieden stellt, so muss ich ich sagen, dass ich den Carlsen-Verlag wieder für mich entdeckt habe und mir nun fest vorgenommen habe, mehr von diesem zu lesen. Mal sehen, wie und ob ich das hinbekomme.

Was habt ihr im April gelesen und könnt ihr mir Bücher aus dem Carslen-Verlag empfehlen?

Lesende Grüße
Elisa

Samstag, 4. Mai 2019

Dschungelkind (Sabine Kuegler)

Dschungelkind (Sabine Kuegler)
352 Seiten | € 12,99 [D] | Taschenbuch (hier zu sehen: Hardcover Ausgabe)
4,5 Herzchen | Band eins von drei
Verlag (Kroemer Knaur) | amazon
INHALT
Was uns unvorstellbar erscheint – Sabine Kuegler hat es erlebt: Als Tochter deutscher Forscher verbrachte sie ihre Kindheit mitten im Dschungel von West-Papua, bei einem vergessenen Stamm von Kannibalen. Bis sie siebzehn war, kannte sie keine Autos, kein Fernsehen und keine Geschäfte. Sie spielte nicht mit Puppen, sondern schwamm mit Krokodilen im Fluss – und erlebte schon früh die alten Rituale des Tötens. Die Natur war ihr Spielplatz, der Dschungel ihre Heimat, der Himmel ihr Dach. Heute, nach Jahren in Europa, ist ihre Seele gefangen zwischen zwei Kulturen. Sabine Kuegler weiß, dass sie zurückkehren muss – zurück in eine Welt, die für viele nicht mehr existiert.

DER ERSTE SATZ
Vor einigen Jahren fragte mich eine Bekannte, ob ich nicht Lust hätte, ein Buch über mein Leben zu veröffentlichen.

MEINE MEINUNG
Wie bewerte ich ein so persönliches, intimes und außergewöhnliches Buch? Darf ich das überhaupt? Eine Frage, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich eine (Auto)Biographie lese, so auch bei dieser hier, die ich das erste Mal mit knapp elf Jahren gelesene habe. Dennoch möchte ich es versuchen und euch meine Eindrücke zu diesem Buch schildern.
Sabine Kuegeler erzählt von ihrer Kindheit, die sie im abgelegensten Dschungel verbracht hat, gemeinsam mit ihrer Familie und den hiesigen Ureinwohnern. Was für sie Normalität war, ist für den Leser fremd, faszinierend und es geht unter die Haut, wie andere Menschen so »primitiv« leben können, im Einklang mit der Natur und dennoch umgeben von den uralten Traditionen der Blutrache, Krieg und nie vorhandener Sicherheit. Inwiefern die sich bessernden Umstände beschönigt wurden, kann ich natürlich nicht beurteilen, doch Frau Kuegler schreibt von einer anderen Welt und saugt den Leser förmlich in ihre Geschichte. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, da sie so fesselnd ihre Erinnerungen niederschreibt, das man das Gefühl hat, selbst dort zu sein. Neben ihren persönlichen Erlebnissen mit den Ureinwohnern, den exotischen Tieren und dem extremen Klima- und Wetterbedingungen erzählt sie auch von ihren Eltern, insbesondere ihrem Vater, sodass man als Leser zusätzlich erfährt, wie es überhaupt zu den außergewöhnlichen Lebensumständen gekommen ist. Dadurch, dass der Schreibstil leichtverständlich und sehr flüssig ist, habe ich diese Lektüre innerhalb von zwei Nachmittagen beendet und habe auch einige Zeit gebraucht um wieder in der Realität anzukommen, da die Erinnerungen so eindringlich sind, dass ich zum Teil das Gefühl hatte, sie selbst erlebt zu haben. Ebenfalls thematisiert wir natürlich auch Sabine Kueglers Zeit in Deutschland und der damit verbundenen Identitätskrise. Den Kontrast zwischen den beiden Welten zu sehen und was dieser intrapsychisch bewirkt war nicht nur erschütternd, sondern auch nachfühlbar.
Denn wie kann man sich an diese »zivilisierte« schnelle, laute westliche Welt anpassen oder gar in ihr zurechtfinden, wenn man den Großteil seines Lebens in einer anderen Kultur verbracht hat, die zusätzlich noch in einem ganz anderen Zeitalter lebt? Wer ist man dann?
Es fällt mir wirklich schwer, die Gefühle, die ich während des Lesens hatte, in Worte zu fassen, vor allem beim letzten Drittel des Buches, das in Deutschland spielt und zeitlich gesehen bis in das jetzt reicht (das Jetzt, als das Buch erschienen ist, 2005). Jedoch kann ich eines sagen: so ein intensives, fesselndes Buch, das mich auch im Nachhinein lange beschäftigt, habe ich seit Längerem nicht gelesen.

FAZIT
Diese Autobiographie hat mir ausgesprochen gut gefallen. Abgesehen vom Inhalt, den ich gar nicht bewerten möchte, schafft es die Autorin den Leser mit auf eine unvergessliche Reise zu nehmen. Ganz klare Leseempfehlung von mir.
4,5+ / 5 Herzchen

Samstag, 27. April 2019

Frostfluch- Mythos Academy II (Jennifer Estep)

Frostfluch- Mythos Academy II (Jennifer Estep)
416 Seiten | € 14,99 [D] | broschiert | 4 Herzchen (Stand: 2015)
Band zwei von sechs
Verlag (ivi | Piper) | amazon

INHALT
Gwen Frost lebt. Noch. Denn die Schnitter des Chaos haben es auf sie abgesehen. Und deshalb muss Gwen an der Mythos Academy kämpfen lernen. Ihr Lehrer: der attraktive Logan Quinn, in den Gwen heimlich verliebt ist. Die Komplikationen sind allerdings vorprogrammiert, denn der Spartaner hat ihr bereits zu Anfang des Schuljahres das Herz gebrochen. Ein Skiausflug bietet ihr endlich die willkommene Abwechslung vom harten Training - dort lernt sie den umwerfenden Preston kennen. Bald wird jedoch klar, dass Gwen ganz andere Sorgen hat: Die Feinde der Mythos Academy sind ihr auch außerhalb des Campus auf den Fersen und setzen alles daran, Gwen zu töten. Und zu allem Überfluss scheint auch Preston nicht der zu sein, für den sie ihn hält …

DER ERSTE SATZ
Logan Quinn wollte mich umbringen.

MEINE MEINUNG 
Da der Auftakt dieser Reihe mir wirklich gut gefallen hatte, war ich gespannt, ob die Fortsetzung daran anknüpfen kann und ich muss sagen: Ja! Das Cover gefällt  mir wieder richtig gut und mir gefällt die Idee, immer ein anderes Augenpaar zu zeigen.
Diesmal spielt die Handlung nur wenige Kapitel zu Beginn und am Ende an der Academy, denn es steht der sogenannte Winterkarneval auf einem Skiresort an, was die Protagonistin nicht allzu begeistern kann. Jedoch fährt sie nach gutem Zureden ihrer besten Freundin Daphne- die einfach ein absolut toller Charakter ist- mitzukommen und dann überschlagen sich die Ereignisse.
Gwen hatte auch diesmal ihre positiven und negativen Eigenschaften. Positiv war, dass sie wirklich an sich arbeitet und auch lernt mit der Trauer um ihre Mutter umzugehen. Negativ wiederum aufgefallen ist mir ihre Naivität, die ich für eine Siebzehnjährige  äußerst unangebracht hielt, aber nun gut, denn diese hat zur Handlung beigetragen (diejenigen, die das Buch gelesen haben, werden verstehen, was ich meine). Daphne war wieder ein absolut süßer und lebendiger Charakter und ich LIEBE sie einfach *-*. Logan, der junge Mann, in den Gwen verliebt ist (der sie aber zurückgewiesen hat), war mir zu Beginn des Buches ein Rätsel, sehr oberflächlich und undurchschaubar, doch durch die Gwens Gypsygabe erfährt man etwas über seine Vergangenheit, sodass man ihn etwas besser versteht. Das absolute Highlight stellt für mich Gwen Schwert Vic dar: er ist einfach nur witzig mit seinen bissigen, blutrünstigen, sarkastischen Kommentare, auch während der brenzlige Kampfszenen!
S.305

Nun zur Handlung: auch in diesem Band hat es etwa gedauert, bis der Stein ins Rollen kommt, sprich: Spannung auftritt und sich dann steigert. Nichtsdestotrotz konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, denn obwohl manche Dinge absolut vorhersehbar waren, hat es mich dennoch interessiert, ob ich denn mit meinen Vermutungen richtig liege (war fast immer der Fall^^). Man erfährt Vieles über die Welt der Götter, den Chaoskrieg und man merkt, wie das Ganze immer größere Dimensionen annimmt.
Jennifer Esteps Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen: jugendlich, mit einem Touch Humor, sodass die Seiten nur dahinfliegen, auch wenn es mal keine Spannung gibt. Die Balance zwischen Gwens Gedanken, der Beschreibung der Umgebung sowie er eigentlich Handlung ist wieder gut gelungen. Was ich ebenfalls echt gut finde, ist, dass man aufgrund der ausführlichen Rückblenden gut in die Handlung hineinfindet, auch wenn es schon etwas länger her ist, das man den Vorgänger gelesen hat.
Zu bemängeln jedoch habe ich, dass der Höhepunkt sehr schnell vorbei ist, bzw. meiner Meinung nach noch etwas weiter ausgebaut hätte werden können.

FAZIT
Eine gelungene Fortsetzung, die mir gut gefallen hat und ich bin gespannt, wie es mit Gwen weitergehen wird!


4/5 Herzchen

Zum ersten Mal gelesen:
Dezember 2015
Reread:
März 2019

ÄNDERUNGEN / ANMERKUNGEN / ERGÄNZUNGEN
Ich habe meine Wertung von 2015 irgendwie anders in Erinnerung gehabt. Dass mir Band zwei kaum gefallen hat und ich diesem maximal 3 Herzchen gegen habe. Nun, anscheinend nicht. Wie hat mir Frostfluch diesmal gefallen? Gut, wirklich gut. Auch wenn zu Beginn kaum etwas passiert und die Handlung nur vor sich hinplätschert, war das letzte Drittel dafür umso spannender. Besonders gut gefallen hat mir, dass Gwen aus ihrer Opferrolle ausbricht und sich langsam mit der Idee anfreundet, dass sie nicht ganz so schlecht ist, wie sie sich einschätzt. Ebenfalls wird die Protagonistin offener für alles und verlässt des Öfteren ihre Komfortzone. Das Buch hat mich gut unterhalten, zu einem wegen der Handlung, zu anderem wieder wegen des lockeren leichten Schreibstils der Autorin, auch wenn mir die vielen Wiederholungen zum Teil übertrieben schienen. Nichtsdestotrotz gebe ich Frostfluch wieder vier Herzchen, da es seinem Vorgänger in nichts nachsteht. Und natürlich freue ich mich auf die Fortsetzung. 
Weitere Bände:

Hier geht es zu allen Rezension.