Sonntag, 14. Februar 2016

Tiefer Süden (Gwen Bristow)



Titel: Tiefer Süden
Autor: Gwen Bristow
Preis: € ca. 9€ [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl:  378
Verlag: Lingen Verlag
Reihe: Auftakt einer Trilogie
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 5 Herzchen
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Inhalt 
Louisiana, 18. Jahrhundert: die fünfzehnjährige Judith Sheramy zieht mit ihrer Familie von Connecticut nach Louisiana, da sie dort neues Land erhalten haben. Auf der Reise lernt sie Phillip Larne kennen, mit dem sie sich, zunächst gegen den Willen ihrer Eltern eine Zukunft auf Ardeith, einer errichteten Indigoplantage, aufbaut. Es folgen Jahre voller Glück, Schicksalsschläge und wundersamen Entwicklungen im tiefen Süden. (eigene Inhaltsangabe, da keine zufrieden stellende gefunden werden konnte)

Meine Meinung 
Ich hatte keine Ahnung, was mich bei diesem Buch erwarten würde, da es keinen Schutzumschlag (mehr) hat und auch im Inneren keine  Inhaltsangabe zu finden war. Das Einzige was ich wusste, war, dass es sich um einen historischen Roman handelt, der in Louisiana spielt. 
Im Zentrum der Handlung steht die, zu Beginn des Buches 15-jährige Judith Sheramy, die mit ihrer Familie von Connecticut nach Louisiana zieht, da sie dort vom englischen König Land erhalten haben. Auf dieser erschwerlichen Reise- auf die aber nur kurz eingegangen wird- lernt sie Phillip Larne kennen, einen jungen »Piraten«, in den sie sich verliebt.
Sie brennt schließlich, als sie in Louisiana angekommen sind mit ihm durch und sie leben zunächst in etwas unkomfortablen Verhältnissen, bis Phillip schließlich ein großes Haus errichtet- und so beginnt der gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Aufstieg. Judith ist eine sehr impulsive Protagonistin und sie entwickelt sich im Lauf des Buches zu einer mutigen, unabhängigen, starken Frau, die trotz vieler Schicksalsschläge, Verrat und Verlust ihren Stolz und ihre Würde bewahrt. Phillip, ihr Ehemann ist wirklich sehr charismatisch und auch obwohl er manchmal tollkühn, unzuverlässig und unverantwortlich gewesen ist, saß sein Herz doch am rechten Fleck, sodass man ihn einfach nur gern haben konnte. Auch zahlreiche Nebencharaktere, wie Judith Bruder Caleb, ihre Sklavinnen Angelique und Christine, ihre Schwägerin Dolores und ihre Söhne David und Christoph waren deutliche gezeichnete Charaktere. Im Allgemeinen haben sich alle vorkommenden Charaktere deutlich voneinander unterschieden, sei es in ihrer Art, ihrem Handeln, ihrer Geschichte, ihrer Art zu Reden. Diese Vielschichtigkeit hat mir unglaublich gut gefallen.
Die Frage, um was es in diesem Buch eigentlich geht, ist etwas schwerer zu beantworten. Im Prinzip wird einem Judiths Leben in Louisiana offengelegt. Es beginnt mit der Reise in die neue Heimat, gefolgt von der Heirat mit Phillip, die erste Schwangerschaft, das erste Haus, der Ausbau der Indigoplantagen, bis hin zu der Heirat ihrer Kinder und der Vererbung der Plantage.
Auch die Schicksale der Nebencharaktere werden gezeigt, was dem Buch mehr Dimensionen verliehen hat. Ebenfalls spielen die historischen Begebenheiten eine Rolle, sodass hier noch mehr Konfliktpotenzial entstehen konnte- sei es der Sklavenhandel, der Wechsel der Nationalitäten oder die Schere zwischen Arm und Reich. Der Verlauf der Handlung war in vielen Punkten nicht vorhersehbar, da das Leben, auch nicht das von Romanfiguren, vorhersehbar und planbar ist. Auch der Höhepunkt des Buches war einfach nur genial, da dieser alles schön abgerundet hat.
Gwen Bristows Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen, obwohl sie aus der dritten Person personal geschrieben hat. Ihr Schreibstil ist bildlich und auch die Dialoge sind sehr authentisch gewesen, da hier sehr auf die Sprache der damaligen Zeit geachtet worden ist.

Fazit
Dieses Buch hat mich mitgerissen- mit seiner Handlung, der Spannung, seiner Atmosphäre. Hier hat einfach alles gestimmt und hat mich dadurch komplett in seinen Bann gezogen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
 
5/5 Herzchen

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