Freitag, 20. Januar 2017

Léon & Claire - Er trat aus den Schatten (Ulrike Schweikert)



Titel: Léon & Claire - Er trat aus den Schatten
Autor: Ulrike Schweikert
Preis: € 14,99 [D]
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 480
Verlag: cbt
Reihe: Auftakt einer Dilogie
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Meine Wertung: 3 Herzchen
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Inhalt 
Sie nennen sich selbst die Kämpfer der Schatten und haben der Stadt den Rücken gekehrt. Vom hellen Licht sind sie in das Reich der Dunkelheit hinabgestiegen, in die Katakomben tief unter Paris. Unter ihnen lebt Léon, der magische Fähigkeiten besitzt. Er allein weiß um die Macht des Meisters der Finsternis, dessen Ziel es ist, Paris zu vernichten. Als Léon eines Tages der schönen Claire das Leben rettet, ist es um sie beide geschehen. Léon nimmt Claire mit in seine düstere Welt; Licht und Schatten verbinden sich. Doch das Glück der beiden ist nicht nur dem attraktiven Adrien ein Dorn im Auge, der schon lange in Claire verliebt ist, sondern vor allem dem Meister der Finsternis selbst, der seine ganz eigenen Pläne mit Léon hat. Schon bald werden die beiden Liebenden zum Spielball dunkler Mächte.

Meine Meinung 
Ein Buch das in Paris spielt? Ein Buch, in dem Magie vorkommt? Eine Liebesgeschichte? Das muss ich lesen! Ich habe mich sehr auf dieses Buches gefreut, da es erstens von Ulrike Schweikert ist, einer Autorin, deren Schreibstil ich gerne lese, zweitens aufgrund der oben genannten Punkte und drittens hoffte ich, dass der Inhalt genauso wunderschön sein würde, wie das Cover, dass ein echter Blickfang im Regal ist.
Ich hatte leider etwas Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden, was vermutlich daran lag, das man als Leser gleich mit mehreren unbekannten Personen und Perspektiven bombardiert wird, doch dies hat sich dann gelegt, sodass ich mich vollkommen auf die Handlung und Personen einlassen konnte.
Claire ist fünfzehn Jahre alt und, so scheint es, ein taffes Mädchen aus Amerika. An sich war sie mir ganze sympathisch, jedoch haben viele Punkte dafür gesprochen sie um die anderthalb Jahre älter zu machen, einfach weil ich weiß, wie Fünfzehnjährige wirklich sind (meine Schwester ist in diesem Alter). Léon war leider ein sehr blasser Charakter, nicht dreidimensional, auch wenn er das Image des unheimlichen, düsteren unbekannten Typen hatte. Adrien sein Rivale, war der typische Mädchenschwarm und je näher Claire ihn kennenlernt, desto mehr hasste ich ihn. Hierbei muss ich aber sagen, dass Adriens Charakter am deutlichsten dargestellt war und auch die die beste Entwicklung durchgemacht hat, im Sinne von, das hier überhaupt eine Entwicklung stattgefunden hat, die geholfen hat, sich ihn besser vorzustellen. Und das war der Punkt an dem Buch der mich wahnsinnig, wahnsinnig gestört hat: die Charaktere haben sich kein bisschen weiterentwickelt. Vor allem Claire ist von einem taffen Cheerleader zu einen hormongesteuerten Teenie mutiert, der nichts anderes im Kopf hat als Jungs. Zudem war sie in vielerlei Hinsicht wirklich dumm und hat alles andere als authentisch gehandelt. Auch Léon hat sich nicht verändert, bzw. wurden näher beleuchtet.
Nun aber genug gemeckert. Die große Stärke des Buches ist die Handlung: sie ist nicht vorhersehbar, spannend, voller Rätsel, plausibel und somit sehr gut durchdacht. Somit wollte ich als Leser immer wissen, wie es weitergeht. Auch der flüssige, ausführliche Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich über die Seiten geflogen bin. Die Autorin schafft es die Pariser Unterwelt so bildlich zu beschreiben, dass ich das Gefühl hatte in den dunklen Gängen zu sein und auch die Schauplätze in der Stadt, wie beispielsweise der Notre Dame hatte ich direkt vor Augen, ohne je dort gewesen zu sein. Auch die verschiedenen Perspektiven haben dann, als man sich zurechtgefunden hat, bewirkt, dass man als Leser einen fast allumfassenden Überblick über das Geschehen hatte, sodass man zum Teil mehr Wissen als die Charaktere hatte. Es gab einen Punkt in der Handlung den ich wirklich gut gefunden habe, da er ein sehr pikantes Thema anspricht, ABER: die Protagonistin hat zwar danach entsprechend reagiert, jedoch hat sie geschwiegen. Und dadurch wie es herübergebracht wurde, hat es wie eine Verharmlosung des Themas gewirkt (wobei ich bezweifle, dass dies beabsichtigt war) und ich hoffe sehr, dass sich das in Band zwei ändern wird. Das Ende des Buches ist in sich geschlossen, jedoch sind eine Punkte offen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Fazit
Dieses Buch hatte eine starke, spannende Handlung, die aber von schwachen, unglaubwürdigen Charakteren überschattet wurde. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf den zweiten Band, da ich glaube, dass die Schwächen hier beseitigt werden können. Somit kann ich das Buch bedingt weiterempfehlen.
3/5 Herzchen



Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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